Die Herausforderungen im Weinbau wachsen: Früherer Vegetationsstart, längere Hitzeperioden, Gefahren durch Falschen und Echten Mehltau und andere Pilzkrankheiten. Neuzüchtungen wie Calardis BlancSouvignier Gris oder Muscaris stehen für eine neue Generation im Weinbau. Sie sind resistenter gegen Pilzkrankheiten, überzeugen geschmacklich und erfreuen sich wachsender Beliebtheit! 

Hier erfahren Sie, was es mit den sogenannten PiWi-Weinen auf sich hat, was die neuen Rebsorten besonders macht und natürlich, wie sie schmecken!

PiWi-Rebstock wird gegossen

PiWi-Weine – Was soll das sein?

Pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PiWi) gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert. Trotz ihrer erwiesenen Widerstandsfähigkeit blieb ihr Anbau aufgrund von Qualitätsbedenken bis in die 1990er Jahre untersagt. Seitdem erleben die PiWi-Sorten jedoch einen neuen Aufschwung. Durch Kreuzungen europäischer, hochwertiger Edelreben (Vitis vinifera) mit pilzwiderstandsfähigen Wildreben hat man in den letzten Jahrzehnten Sorten züchten können, die guten Geschmack mit hoher Widerstandskraft vereinen und so mit deutlich weniger Pflanzenschutz auskommen, gleichzeitig aber in gewünschter Weise Ertrag und Qualität sichern. 

Weniger Pflanzenschutz – Geringerer Behandlungsaufwand und mehr Nachhaltigkeit

PiWi's zeichnen sich vor allem durch eine hohe Widerstandskraft gegenüber den im Weinbau bedeutenden Pilzkrankheiten Echter und Falscher Mehltau aus. Außerdem ist ihre Anfälligkeit für Grauschimmel häufig weitaus geringer. Daher müssen die Reben deutlich seltener gespritzt werden: Verschiedene Studien belegen, dass bei PiWi-Reben der Behandlungsaufwand um bis zu 80 Prozent niedriger liegt als bei klassischen Rebsorten. 

Das spart Arbeitszeit und Kosten beim Winzer. Gleichzeitig ist es nachhaltiger und schont die Umwelt, da durch die geringere Anzahl an Überfahrten CO2-Emissionen gesenkt werden und die Bodenstruktur geschont wird. Auch die Biodiversität in PIWI-Weinbergen ist nachweislich höher als bei klassischen Züchtungen.

PiWi-Weine der Weinlinie Tilman und Ambrosius

PiWi-Rebsorten im Sortiment der GWF. Ein Überblick

  • Souvignier Gris
  • Calardis Blanc
  • Muscaris
  • Johanniter
  • Regent

 

Regent

  •     Züchtung: 1967
  •     Anbauzulassung: 1995
  •     Kreuzung: Silvaner × Müller-Thurgau × Chambourcin
  •     Anbaufläche (2022): ca. 1.618 ha

Weinstilistik:
Tiefdunkle, gerbstoffreiche Rotweine mit intensivem Fruchtaroma von Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen und roten Beeren. Ausbau im Holzfass oder als Rosé möglich. In guten Jahren zeigen sich beim Regent auch Cassisnoten. Durch Ertragsreduzierung und Barriqueausbau entstehen hochwertige, lagerfähige Weine mit südländischem Charakter. 

Calardis Blanc

  •     Züchtung: 1993
  •     Anbauzulassung: 2020
  •     Kreuzung: Calardis Musqué × Seyve Villard 39-639
  •     Anbaufläche (2022): ca. 26 ha

Weinstilistik:
Finessenreiche, fruchtige Weißweine mit feinwürzigem Bukett. Aromen von Blutorange, Maracuja und Apfel prägen das Profil. Die spritzig-reife Säure macht die Sorte auch für die Sektbereitung interessant. Insgesamt elegant und aromatisch mit klarer Frische.

Muscaris

  •     Züchtung: 1987
  •     Anbauzulassung: 2008
  •     Kreuzung: Solaris × Gelber Muskateller
  •     Anbaufläche (2022): ca. 117 ha

Weinstilistik:
Aromatische Weine mit typischem Muskateller-Bukett, floralen Noten und exotischer Frucht. Das intensive Muskataroma wird begleitet von einem saftigen Körper, animierender Säure und dezenten rauchigen Anklängen. 

Johanniter

  •     Züchtung: 1968
  •     Anbauzulassung: 2008
  •     Kreuzung: Ruländer × Gutedel / Riesling × Freiburg
  •     Anbaufläche (2022): ca. 155 ha

Weinstilistik:
Kräftige, fruchtbetonte Weißweine mit Ähnlichkeit zu Riesling und Grauburgunder. Pikante Säure, Aromen von Melone und Birne. Jungweine des Johanniter zeigen teils grüne, gerbstoffbetonte Noten, die mit der Reifung milder werden. 

Regent

  •     Züchtung: 1967
  •     Anbauzulassung: 1995
  •     Kreuzung: Silvaner × Müller-Thurgau × Chambourcin
  •     Anbaufläche (2022): ca. 1.618 ha

Weinstilistik:
Tiefdunkle, gerbstoffreiche Rotweine mit intensivem Fruchtaroma von Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen und roten Beeren. Ausbau im Holzfass oder als Rosé möglich. In guten Jahren zeigen sich beim Regent auch Cassisnoten. Durch Ertragsreduzierung und Barriqueausbau entstehen hochwertige, lagerfähige Weine mit südländischem Charakter. 

Christina Gros
Getaggt: gwf wein weinwissen